2012 Tagesfahrt Sinn-Greifenstein

Tagesfahrt zur Glockengießerei Sinn, Burg Greifenstein und Landes-Gestüt Dillenburg am 04.09.2012

 

Diese etwas kleinere Fahrt führte uns in den ehemaligen Dillkreis.

Als erstes besuchten wir die 1590 gegründete Glockengießerei Rincker in Sinn, die in der 13. Generation im Familienbesitz geführt wird. Es existiert sogar noch eine Rinckerglocke, die die Jahreszahl 1575 trägt. Zu erst konnten wir in einem Ausstellungsraum präsentierten Kunstguss besichtigen.

Mit etwas Verzögerung holte uns ein Geselle ab und führte uns in die Gießereiwerkshalle. Hier stellte er uns den Beruf des Glockengießers vor, der großes handwerkliches Können, musikalisches Verständnis und Schwindelfreiheit erfordert. Er erklärte auch die einzelnen Schritte von der Planung bis zum Guss und der Nach-und Feinarbeit an der Glocke. Alle gestellten Fragen wurden von ihm gerne und fachkundig beantwortet. Von der Planung bis zur Feinabstimmung werden ca. 8 Wochen benötigt.

Der letzte größere Auftrag war ein Geläut von 9 Glocken für Chile.

Anschließend fuhren wir zur Burgruine Greifenstein wo uns eine Fremdenführerin erwartete. Die Ruine macht noch heute einen imposanten Eindruck einer Wehranlage. Nach einem Rundblick über das umliegende Land besichtigten wir die „Glockenwelt“ ( ehemals Glockenmuseum). In tiefen Mauernischen sind 40 Glocken aus den letzten tausend Jahren präsentiert und dürfen von den Gästen mittels Gummihammer zum Klingen gebracht werden. Da die Zeit schon fortgeschritten war und wir allmählich müde wurden, wählten wir einen kleineren Rundgang durch die Kasematten zur Doppelkirche. 1462 wurde die St. Katharinenkapelle als Wehrkirche im gotischen Stil erbaut. Die darüber von 1687 bis 1702 erbaute Barockkirche enthält eine umfangreiche Stuckdekoration. Beide Kirchen sind durch eine Treppe verbunden.

Danach fuhren wir zu der Gaststätte „Zur Linde“ in Holzhausen. Bei einem sehr guten, reichhaltigen und preisgünstigen Menü-Buffet konnten wir uns stärken und ein wenig ausruhen.

Als nächstes besuchten wir das 1869 gegründete Hessische Landesgestüt in Dillenburg.

Die drei spätbarocken Hauptgebäude an der Wilhelmstraße bilden eine repräsentative Straßenfront und stehen unter Denkmalschutz. Weitere Gebäude stehen an der Rückseite des Grundstücks, das insgesamt etwa 10 Hektar groß ist. Eine sehr kompetente und auskunftsfreudige Pferdwirtin führte uns in viele Ställe und stellte die Pferde-Typen und Rassen vor. Auch die eigene Hufschmiede und die Deckstation wurden besucht. Es werden ca. 50 Pferde unterhalten, davon etwa 30 Hengste.

Aus wirtschaftlichen und praktischen Gründen werden fast nur noch künstliche Besamungen vorgenommen. Das Sperma wird fast weltweit und, wenn erforderlich, tiefgekühlt versandt.

Fast über das ganze Jahr werden Reit- und Fahrkurse abgehalten. Dafür ist ein großer Reitplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Wilhelmstraße vorhanden, an den sich ein gepflegter Gestütsgarten und der Hofgarten anschließen. Als Abschluss wurden wir in diesen Hofgarten zu Kaffee und Kuchen eingeladen und konnten die müden Beine ausruhen.

Um 17 Uhr traten wir die Heimreise nach Gießen an, wo ein etwas strapaziöser aber informativer Tag bei ausschließlich schönem Wetter zu Ende ging.

 

Kurt Mittrücker