2013 Tagesfahrt nach Trier

Tagesfahrt am 15. Oktober nach Trier.

Die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt Trier beginnt immer mit der Römerzeit. Um uns dieser Thematik behutsam zu nähern, hatte sich Herrn Breil vom Betreuungswerk bereit erklärt, als kompetenter Stadtführer unsere Gruppe mit 37 Personen auf dem Stadtrundgang zu begleiten.

Unser Rundgang begann bei den Überresten der Barbara-Thermen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Selbst die Ruinen vermittelten einen Eindruck von der prachtvollen Größe der Anlage. Zur Entstehungszeit hatten die Barbara-Thermen vermutlich eine Größe von 172 x 240 m. Damit waren sie neben den Trajanst-Termen in Rom die zweitgrößten dieser Art.

Als nächstes Ziel nahmen wir das Gebäude des Kurfürstlichen Palais in Augenschein. Das gut restaurierte Gebäude liegt unmittelbar neben der Konstantin-Basilika und gilt als einer der schönsten Rokoko-Paläste der Welt. Bereits 1615 ließ Kurfürst Lothar von Metternich die heutigen Nord- und Ostflügel errichten, West- und Südflügel entstanden unter Philip Christoph von Sötern, abgeschlossen wurde der Bau schließlich von Caspar von der Leyen.

Reisegruppe Telekomsenioren

Der Rundgang führte uns nun ins Stadtzentrum. Inmitten der Stadt gelegen, steht der Trierer Dom – die ältestes Bischofskirche Deutschlands – heute über einer ehemaligen konstantinischen Palastanlage, die im frühen 4. Jahrhundert durch die größte christliche Kirchenanlage der Antike überbaut wurde. Sie bestand aus vier Basiliken, die durch ein großes Taufbecken miteinander verbunden waren, und bedeckte eine Fläche, die an ihren Grenzen bis zum heutigen Hauptmarkt reichte. Unter dem Gebäude der Dom-Information können noch die Reste der ersten frühchristlichen Versammlungsstätte nördlich der Alpen aus dem späten 3. Jahrhundert und die Reste der ersten Basilika bei einer Führung besichtigt werden.

Der heutige Dom enthält noch den römischen Kernbau, den sogenannten „Quadratbau“ mit Originalmauern bis zu einer Höhe von 25,88 m. Auch das riesige Fragment einer Granitsäule neben dem Eingang zum Dom deutet auf den römischen Ursprung dieses Gotteshauses hin: Der Domstein war ursprünglich eine der tragenden Säulen des Quadratbaus; er wurde im Zuge des Einbaus eines Seitenaltars im 17. Jahrhundert vor dem Dom abgelegt. Der Legende nach soll der Teufel die Säule vor den Dom geworfen haben, als er hörte, man baue nicht die größte Kneipe, sondern ein Gotteshaus.

Im 20. Jahrhundert wurde der Dom restauriert und der Altarraum umgestaltet. So zeigt die älteste deutsche Bischofskirche mit ihren drei Krypten, dem Kreuzgang und der Domschatzkammer Kunst und Architektur aus einer Zeitspanne von über 1750 Jahren.

Unser Rundgang endete an der Porta Nigra. Das römische Stadttor ist das am besten erhaltene nördlich der Alpen – eine unvergleichliche Verbindung zwischen der antiken Vergangenheit und der heutigen modernen Stadt. Die Porta Nigra selbst stammt aus einer Zeit (ca. 180 n. Chr.), als die Römer öffentliche Gebäude gerne aus großen Quadern (die größten wiegen hier sechs Tonnen) errichteten. Die Sandsteinquader aus dem nahen Kylltal wurden von mühlengetriebenen Bronzesägen zurechtgeschnitten und ohne Mörtel aufeinandergesetzt.

Text: Erwin Euker

Fotos: Siegfried Rink, Jürgen Schleifer, Erwin Euker